Standort Hamburg

Das 1997 gegründete Schülerlabor physik.begreifen in Hamburg ist eine Kooperation von DESY und der Hamburger Schulbehörde. Zu mittlerweile insgesamt fünf verschiedenen Themen bieten wir Praktikumstage für Schulklassen an. Zusätzlich zu unserem regulären Angebot führen wir verschiedene Sonderveranstaltungen wie beispielsweise unser Oberstufen-Ferienseminar durch. In Kooperation mit dem Netzwerk Teilchenwelt richten wir auf Anfrage außerdem Teilchenphysik- und Astroteilchenphysik-Masterclasses aus.

Allgemeine Informationen

  • Die Teilnahme an den Praktika in unserem Schülerlabor ist kostenfrei.
  • Aufgrund der großen Nachfrage ist eine vorherige Bewerbung über unser Online-Formular unbedingt erforderlich.
  • Nur Terminwünsche, die verbindlich "machbar sind", sollten angegeben werden.
  • Bewerbungen werden für das aktuell anstehende Schulhalbjahr gesammelt und können bis zum Fristablauf abgegeben werden. Alle Praktikumstermine werden unabhängig vom Bewerbungszeitpunkt mit Beginn des jeweils aktuell anstehenden Schulhalbjahres vergeben.
  • Für Gruppen, die im Rahmen einer Kursfahrt  kommen möchten und dadurch zeitlich eingeschränkter sind als Gruppen aus Hamburg und Umgebung, besteht ggf. die Möglichkeit, auch weiter im Voraus einen Termin zu vereinbaren. Bitte sprechen Sie uns darauf an!
  • Die Buchung einer DESY-Tour (Mindestalter 16 Jahre) erfolgt über die DESY-PR-Abteilung. Sofern Sie ein Praktikum am selben Tag planen, teilen Sie dies bitte der PR-Abteilung mit, da die Tour dann nur nachmittags stattfinden kann. Mehr erfahren Sie über den Link:  http://www.desy.de/schule/desy_tour/hamburg/index_ger.html

Warum ein Projekt physik.begreifen@desy.de?

Ein Kommentar von Dr. Helmut Krech (ehemaliges Mitglied des DESY-Direktoriums und Projektinitiator)

"Mehr als je zuvor in der Geschichte der Menschheit prägen die Naturwissenschaften unseren Alltag sowie Chancen und Risiken unserer Zukunft. Dennoch nimmt die Zahl der Studierenden in den "harten" naturwissenschaftlichen Fächern in Deutschland seit einigen Jahren kontinuierlich ab, auch im Lehrplan der Gymnasien verlieren sie an Bedeutung. Ist die augenblicklich schwierige Arbeitsmarktlage Schuld daran? Sind die Naturwissenschaften intellektuell zu anspruchsvoll und "anstrengend", als daß man sich freiwillig mit ihnen beschäftigte? Liegt es an der Sprödigkeit und Unprofessionalität der Vermittlung in den Schulen? Nur eine Gesellschaft, die beim Nachwuchs ein breites Interesse für die wichtigen Fragen und Gestaltungsmöglichkeiten der Zeit und damit an den Naturwissenschaften weckt und pflegt, wird die Chance zu einer aktiven Zukunftsgestaltung haben und ihren wirtschaftlichen und damit auch sozialen Bestand sichern können. Andere Länder haben dies erkannt. In Israel machen es sich die höchsten wissenschaftlichen Repräsentanten zur persönlichen Aufgabe, bei Schülern Interesse und sogar Begeisterung für die Naturwissenschaften zu wecken. Auch in Deutschland gibt es vielfältige Ansätze, dennoch bleibt viel zu tun, und DESY könnte einen Beitrag leisten.

Mit den besonderen Möglichkeiten eines großen, international anerkannten und genutzten Forschungszentrums sollte es gelingen, bei Schülern Interesse zu wecken und sie auf die Naturwissenschaften als eine interessante Option auch für die persönliche berufliche Zukunft hinzuweisen. Aber es geht nicht nur darum, Schüler für ein naturwissenschaftliches Studium zu begeistern. Es geht vielmehr darum, Interesse und Verständnis für naturwissenschaftliche Fragestellungen und Methoden auch bei denen zu wecken, die hieraus nicht ihren Beruf machen wollen. Für das Gelingen der naturwissenschaftlich-technisch bestimmten Zukunft ist es neben der Kreativität und intellektuellen Kraft der "Profis" ebenfalls wichtig, daß Ergebnisse und Produkte von einer Bevölkerung eingesetzt werden, die ein Grundverständnis für die Naturwissenschaften hat und sich um eine rationale, angemessene Lösung der allenthalben auftretenden Fragen bemüht. Hierzu müssen Distanz und Vorbehalte gegenüber den Naturwissenschaften abgebaut werden. Es gilt, aus den in Unkenntnis abseits Stehenden Beteiligte zu machen." –  Hamburg, im September 1997