DESY News: Freya Blekman in die Königlich Niederländische Gesellschaft der Wissenschaften gewählt

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30.03.2026
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Freya Blekman in die Königlich Niederländische Gesellschaft der Wissenschaften gewählt

Leitende Wissenschaftlerin ist für ihre Forschungsleistung und ihr Engagement in der Wissenschaftskommunikation in die renommierte niederländische Gelehrtengesellschaft aufgenommen

Freya Blekman ist Spitzenforscherin im Bereich Top-Quarks, eine präsente Stimme der Wissenschaft in den sozialen Medien und eine angesehene Physikprofessorin – nun kommt ein weiterer Titel hinzu: Sie wurde als Mitglied in die Königlich Niederländische Gesellschaft der Wissenschaften (Koninklijke Hollandsche Maatschappij der Wetenschappen, KHMW) aufgenommen. Die 1752 gegründete Gesellschaft zählt rund 950 Mitglieder, die sich sowohl wissenschaftlich tätig sind als auch zum Gemeinwohl beitragen. Blekman, die die Kommunikationsaktivitäten der CMS-Kollaboration am CERN leitet, wird nicht nur für ihre Forschungsarbeit zur Suche nach neuer Physik im Top-Quark-Sektor ausgezeichnet, sondern auch für ihr umfangreiches Engagement in der Wissenschaftskommunikation.

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Freya Blekman vorm CMS-Detektor an CERN. (Bild: Zoltan Zsillasi / CERN)
Seit ihrem Wechsel zu DESY im Jahr 2021 ist Blekman eine prägende Persönlichkeit auf dem Campus. Als leitende Wissenschaftlerin und zentrales Mitglied der DESY-CMS-Forschungsgruppe forscht sie intensiv am CERN in Genf, wo sie am CMS-Experiment des Large Hadron Collider nach möglichen Abweichungen vom Standardmodell der Teilchenphysik sucht. Ihre Präsenz bei DESY verdankt sie auch ihrer Arbeit in den sozialen Medien – sowohl über ihre privaten Accounts auf LinkedIn, BlueSky, Instagram und (ehemals) X/Twitter als auch durch ihre Beiträge zum beliebten Instagram-Account @cmsatdesy. Bevor sie nach Hamburg kam, war Blekman Professorin an der Vrije Universiteit Brussel. Wissenschaftskommunikation betrachtet sie seit jeher als unverzichtbaren Bestandteil ihrer Arbeit. Neben ihrer Tätigkeit ist sie weiterhin Gastprofessorin in Brüssel und an der Universität Oxford aktiv.

„Ich komme aus einem Universitätssystem, in dem selbst Bachelorstudierende dazu angehalten werden, Wissenschaft zu kommunizieren“, sagt Blekman. „Ich habe es sehr geliebt – auch wenn sich mein Fokus darauf im Laufe meiner Karriere immer wieder verschoben hat.“

Der Schwerpunkt auf Kommunikation ist in der Wissenschaft jedoch keineswegs selbstverständlich. „Als Postdoc war ich wie viele andere in dieser Position: Mein Vorgesetzter riet mir davon ab, mich mit Outreach zu beschäftigen.“ Erst als Professorin machte sie die Kommunikation bewusst zu einem zentralen Bestandteil ihrer Arbeit – und entschied sich schließlich auch deshalb für den Wechsel von Brüssel zu DESY, um Forschung und Kommunikation besser miteinander vereinen zu können. Dabei ging es nicht nur um persönliche Leidenschaft, sondern auch um eine erkannte Lücke: „Ich begann, mich mit Wissenschaftler:innen aus anderen Disziplinen auszutauschen, und war tatsächlich überrascht, wie wenig sie über unser Fachgebiet – die Teilchenphysik – wussten“, erzählt sie. „Offensichtlich haben wir sie nicht erreicht. Die Biolog:innen, die Astronom:innen – viele hatten kaum eine Vorstellung davon, was wir tun. Und das fand ich wirklich, wirklich schlimm.“

Heute engagiert sich Blekman nicht nur selbst in der Wissenschaftskommunikation, sondern fördert auch junge Wissenschaftler:innen in der CMS-Gruppe bei DESY. Auf dem Instagram-Kanal @cmsatdesy treten regelmäßig Doktorand:innen und Postdocs neben etablierten Wissenschaftler:innen und führenden Köpfen der internationalen CMS-Kollaboration auf. Daher steckt eine klare Absicht: „Ich halte es für sehr wichtig, dass Nachwuchsforschende diese Fähigkeiten entwickeln“, sagt Blekman. „Das ist einer der Gründe für den Gruppen-Instagram-Account. Dort haben sie die Möglichkeit, diese Kompetenzen in einem relativ niedrigschwelligen Umfeld zu üben – und trotzdem eine große Reichweite zu erzielen.“ Der Kanal erreicht monatlich regelmäßig zwischen 50.000 und 60.000 Nutzer:innen.

Diese Kommunikationsarbeit hat Blekman auch in der breiteren Öffentlichkeit sichtbar gemacht – und genau dort wurde die KHMW auf sie aufmerksam. „Ich freue mich besonders darauf, die zentralen Ideen der Teilchenphysik zu vermitteln – etwa was Zusammenarbeit, Vision und Wissenschaft für den Frieden angeht.“

Doch abseits der Aufnahme in eine der renommiertesten Wissenschaftsakademien der Niederlande: Was ist Blekmans persönliches Highlight in der Wissenschaftskommunikation? „Wenn man Menschen fünf Jahre später trifft, die sich wegen eines Vortrags oder der eigenen Social-Media-Präsenz – also letztlich wegen dir – für ein Physikstudium entschieden haben, dann ist das ein sehr, sehr surrealer und besonderer Moment.“