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06.02.2015
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EU-Projekt CREMLIN verbindet europäische und russische Forscher

Die Europäische Kommission gibt grünes Licht für ein neues Kooperationsprojekt: CREMLIN (Connecting Russian and European Measures for Large-scale Research Infrastructures) wird in den nächsten drei Jahren im Rahmen des Europäischen Forschungsprogramms Horizon 2020 europäische und russische Forschungsinstitutionen im Bereich der wissenschaftlichen Großgeräte besser vernetzen und eine intensivere wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit ermöglichen.

Die Neutronenquelle PIK in der Nähe von St. Petersburg (Bild: PNIP).
„Mit CREMLIN bringen wir zwei Forschungslandschaften noch enger zusammen, die bereits eine lange Tradition in der wissenschaftlichen Kooperation haben“, sagt Prof. Helmut Dosch, Vorsitzender des DESY-Direktoriums.

Insgesamt 13 europäische und 6 russische Großforschungseinrichtungen und Institutionen wollen in dem rund 1,7-Millionen-Euro-Projekt nun für eine verbesserte Integration und einen leichteren Austausch zwischen Europa und Russland sorgen. In verschiedenen Arbeitspaketen werden wissenschaftliche Forschungsprogramme, der internationale Zugang zu den verschiedenen Anlagen oder auch technische Expertise untereinander abgestimmt und koordiniert. „Was mit dem Ioffe-Röntgen-Institut, einer DESY-Kurchatov-Kooperation, angefangen hat, wird mit diesem Projekt auf ganz Europa und Russland ausgedehnt“, sagt Martin Sandhop (DESY), der das Projekt koordiniert.

Russland plant seit einiger Zeit die Errichtung von neuen Forschungsgroßgeräten auf eigenem Boden. Während sich Russland an europäischen Forschungsanlagen wie dem European XFEL, FAIR, ESRF oder an den LHC-Experimenten am CERN beteiligt, soll CREMLIN dabei helfen, dass sich umgekehrt auch europäische Wissenschaftler an den neuen russischen Großprojekten engagieren. So können beispielsweise die Forschungsprogramme des geplanten russischen Forschungsreaktors PIK bei St. Petersburg auf das von europäischen Neutronenquellen abgestimmt werden, oder das der Ionenbeschleunigungsanlage NICA mit dem von FAIR.

„Gerade komplexe Forschungsgroßgeräte können heute und morgen ohne die internationale Zusammenarbeit nicht mehr gestemmt werden, wissenschaftlich, technisch und finanziell.“ so Helmut Dosch. „DESY ist deshalb stolz, ein so kreatives Kooperationsprojekt zu koordinieren, und wir freuen uns auf fruchtbare Diskussionen mit unseren russischen Partnern.“ Das Projekt, das in der Begutachtung durch die Kommission exzellente Noten bekam, soll im Herbst 2015 starten.