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19.10.2016
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DESY-Forscher Anton Piwinski erhält Robert R. Wilson-Preis

Anton Piwinski, von 1966 bis zu seiner Pensionierung 1999 Wissenschaftler in der DESY-Beschleunigerphysik-Gruppe, erhält den Robert R. Wilson-Preis 2017 der Amerikanischen Physikalischen Gesellschaft (APS). Er erhält den Preis zusammen mit den US-Wissenschaftlern Sekazi Mtingwa und James Bjorken in Anerkennung seines herausragenden Beitrags zur Beschleunigerphysik. Die Preisverleihung wird beim APS-Treffen im Januar 2017 erfolgen. Der Preis wird verliehen für die detaillierte Entwicklung einer Theorie der sogenannten Intra-Strahl-Streuung, die von fundamentaler Bedeutung für die erreichbare Strahlqualität von Protonen- und Elektronen-Speicherringen ist.

Anton Piwinski stellte erstmals im Jahr 1974 eine weitgehend vollständige Theorie der Intra-Strahl Streuung auf, die später von ihm und parallel von S. Mtingwa und J. Bjorken weiter entwickelt und verfeinert wurde. Der Streuprozess von Teilchen innerhalb des Strahls führt zu einer Vergrößerung der Strahlemittanz und damit zu einer Aufweitung des Strahls. Dies limitiert die Leistungsfähigkeit sowohl von Kollisionsmaschinen als auch von Synchrotronstrahlungsquellen. Der Effekt wurde in den letzten Jahrzehnten in zahlreichen Beschleunigeranlagen, so zum Beispiel auch im HERA-Protonenring, beobachtet und lässt sich mit auf den Theorien von Piwinski, Mtingwa und Bjorken basierenden Computerprogrammen genau berechnen. Bei DESY wird Intra-Strahl-Streuung in einem zukünftigen PETRA IV-Speicherring mit ultra-kleiner Emittanz ein wesentlicher Faktor für die erreichbare Brillanz sein.

Anton Piwinski hat bei DESY die Entwicklung der Beschleunigerphysik über mehr als drei Jahrzehnte maßgeblich mit geprägt. Neben der Theorie zur Intra-Strahl-Streuung hat er Pionierarbeiten auf dem Gebiet der Strahl-Strahl-Wechselwirkung sowie transversal-longitudinaler Kopplung und Satelliten-Resonanzen geleistet, die international große Anerkennung fanden. Im Jahr 2005 wurde ihm der Preis der US-Beschleunigerphysik-Schule USPAS für seine fundamentalen Beiträge zum Verständnis von Teilchenstrahlen in Kreisbeschleunigern verliehen.