Matthias Kasemann ist Leitender Wissenschaftler bei DESY und arbeitet auf dem Gebiet der experimentellen Teilchenphysik. Gegenstand der Forschung ist die Vermessung des Standardmodels der Teilchenphysik mit Experimenten an den größten Beschleunigungsanlagen LEP, HERA, Tevatron und jetzt dem Large Hadron Collider LHC in Genf. Dies umfasst den Bau und den Betrieb von Teilchendetektoren sowie die Datenauswertung. Die Analyse erfordert aufgrund des enormen Datenvolumens moderner Teilchenphysikexperimente global koordinierte Anstrengungen. Die Analyse mit Hilfe einer dedizierten Grid-Computing-Infrastruktur wurde zuerst bei den Tevatron-Experimenten CDF und D0 in großen Maße durchgeführt. Die komplexen LHC-Datenanalysen werden inzwischen in weltweit mehr als 100 Datenzentren realisiert. Der erfolgreiche Aufbau und die Inbetriebnahme dieser global verteilten Computing-Infrastruktur hat nicht unwesentlich zur Entdeckung eines Higgs-Bosons durch die LHC-Experimente ATLAS und CMS beigetragen. In den letzten Jahren war Matthias Kasemann wesentlich an der Koordination des CMS-Experiments am CERN beteiligt. Er leitet die CMS-Forschungsgruppe bei DESY.

Wissenschaftlicher Werdegang

Seit 2014 CMS Gruppenleiter bei DESY
Seit 2010 Beteiligung an Analysen am LHC, verschiedene Managementaufgaben am CERN in Genf
2007-2009 Computing Coordinator des CMS-Experiments am CERN
Seit 2003 Leitender Wissenschaftler bei DESY
1998-2002 Leiter der Computerabteilung am FNAL, Batavia, IL
1998-2002 Senior Scientist, Abteilungsleiter DESY
1991-1998 Wissenschaftler bei DESY
1990-1991 Forscher in der Experimental Physics (EP) Abteilung am CERN
1988 Doktor im Fach Hochenergiephysik, Universität Mainz
1987-1990 Forschungsstipendium  EP-Abteilung am CERN, Genf
1983 Physikdiplom an der Universität in Dortmund

 

Mitgliedschaften

Vorsitzender des Wissenschaftlichen Ausschusses bei DESY
Wissenschaftlicher Rat, DESY