Ausbildung für Spitzenforscher

DESY schafft nicht nur naturwissenschaftliche Erkenntnisse und Ideen für Innovationen. Ebenso wichtig ist die Rolle des Forschungszentrums als Talentschmiede: DESY bildet junge Menschen zu hochqualifizierten Spitzenkräften aus. Hier lernen die Studenten und Doktoranden, wissenschaftliche Kreativität zu entwickeln, mit komplexen Daten zu jonglieren und in Teams zu arbeiten, die international und interdisziplinär geprägt sind. Die Absolventen sind nicht nur in Forschungseinrichtungen gefragt, sondern auch in der Wirtschaft. Basis ist DESYs enge Vernetzung mit den Universitäten. Studenten absolvieren ihre Masterarbeit in einem höchst anregenden Umfeld. Doktoranden aus aller Welt promovieren mit einem Projekt der Spitzenforschung – entweder direkt in Hamburg bzw. Zeuthen, oder als Gastwissenschaftler an einer von DESYs Röntgenquellen. Besonders eng sind die Verbindungen zur Universität Hamburg. Seit 2011 existiert mit PIER eine strategische Partnerschaft, die hoffnungsvollen Talenten eine Graduiertenausbildung auf höchstem Niveau bietet.

Auch für den Einstieg in gewerblich-technische und in kaufmännische Berufe bietet DESY vielfältige Möglichkeiten. In Hamburg und Zeuthen lassen sich junge Menschen in zukunftsträchtigen Berufen ausbilden, etwa als Industriemechaniker, IT-Fachinformatiker oder Technischer Produktdesigner. An Schüler unterschiedlicher Altersstufen richtet sich das DESY-Schülerlabor „physik.begreifen“ – die älteste Einrichtung ihrer Art in der Helmholtz-Gemeinschaft. Kids ab der 4. Klasse können Luftballons und Schokoküsse unter der Vakuumglocke zum Platzen bringen. Neunt- und Zehntklässler herausfinden, ob manche Salze radioaktiv sind und wie sich Strahlung abschirmen lässt. Im „Cosmic Lab“ können Oberstufenschüler mehr über kosmische Teilchen erfahren. Der Andrang gibt diesem Konzept des Physik-Begreifens recht: Jahr für Jahr sind die Schülerlabors in Hamburg und Zeuthen überbucht.

 

PIER fördert Talente

DESY und die Universität Hamburg bieten exzellente Perspektiven für den Forschungsnachwuchs

Seit langem arbeiten DESY und die Universität Hamburg eng zusammen. 2011 haben beide ihre Kooperation intensiviert und eine strategische Partnerschaft vereinbart – PIER, die „Partnership for Innovation, Education and Research“. PIER konzentriert sich auf vier zukunftsweisende Forschungsfelder: Teilchenund Astroteilchenphysik, Nanowissenschaften, Photon Science sowie Infektions- und Strukturbiologie.

Eine Geschäftsstelle koordiniert die Aktivitäten. Sie unterstützt Wissenschaftler dabei, neue Ideen unbürokratisch in Forschungsprojekte umzusetzen. Instrumente wie Ideenfonds und Workshops tragen dazu bei, den Dialog mit Wirtschaft und Gesellschaft zu fördern. Besonderes Augenmerk gilt der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Konkret unterstützt die PIER Helmholtz Graduate School junge Forscher bei ihrer Promotion in den vier Forschungsfeldern. Ein Netzwerk von Spitzenforschern begleitet die Doktoranden. Unterstützt von der Helmholtz-Gemeinschaft fördert PIER regelmäßige Aufenthalte an Forschungsstätten im Ausland und hilft den Doktoranden, Netzwerke zu potenziellen Arbeitgebern aus Industrie und Wirtschaft aufzubauen. Herausragende Kandidaten können sich um ein Stipendium der Joachim Herz Stiftung bewerben.

Eingebunden in das PIER-Graduiertenprogramm ist auch DoIt, die Doktorandeninitiative bei DESY. 2006 haben sich die Promovierenden zusammengetan, um Neulingen die Orientierung zu erleichtern und ein aktives Alumni-Netzwerk aufzubauen. Regelmäßig lädt DoIt ehemalige DESY-Doktoranden ein, die über ihre heutigen Tätigkeiten berichten und damit wichtige Impulse für die Berufswahl geben.

 

Aussichtsreicher Karrierestart

DESY-Doktorand Marc Wenskat entwickelt eine Spezialsoftware. Das Programm wertet automatisch die Fotos einer Kamera aus, die das Innere von Resonatoren inspiziert. Die Technik dient der Qualitätskontrolle: Bereits kleinste Verunreinigungen oder Unebenheiten können bewirken, dass das supraleitende Bauteil nicht seine volle Leistung bringt. „Das Besondere bei DESY ist diese unglaubliche Interdisziplinarität“, meint Wenskat. „Hier gibt es Fachleute aus unterschiedlichsten Bereichen – Biologen, Mediziner, Physiker, Informatiker.“

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Aussichtsreicher Karrierestart

DESY-Doktorandin Dörthe Kennedy sucht in den Daten des LHC-Beschleunigers nach bislang unentdeckten Teilchen. Dafür reist sie regelmäßig ans Europäische Teilchenforschungszentrum CERN nach Genf. „Dort sitze ich im Kontrollraum und helfe, die Experimente am ATLAS-Detektor zu überwachen“, erzählt sie. Da die Anlage rund um die Uhr läuft, ist ab und zu auch eine Nachtschicht dabei. „Die Arbeit im Kontrollraum ist aufregend“, sagt Kennedy. „Man spürt: Jetzt gerade werden Daten genommen – und vielleicht sind es ja Messdaten, hinter denen etwas wirklich Neues und besonders Spannendes steckt!“

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Aussichtsreicher Karrierestart

Stefan Pabst, Doktorand am CFEL, arbeitet auf dem Gebiet der theoretischen Physik. Er berechnet, wie sich Atome verhalten, wenn man sie mit intensiven, ultrakurzen Laserblitzen bestrahlt. „Hier bei DESY sind die Forschungsgeräte, mit denen sich meine Theorien überprüfen lassen, quasi direkt neben meiner Bürotür“, sagt er. Dementsprechend direkt ist der Draht zu den Experimentalphysikern, die ihre Proben mit den Röntgenblitzen von PETRA III, FLASH oder künftig dem European XFEL analysieren.

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Aussichtsreicher Karrierestart

Seit 2010 leitet Isabell Melzer-Pellmann bei DESY eine Helmholtz-Nachwuchsgruppe und sucht am LHC in Genf nach Teilchen, die hinter der ominösen dunklen Materie stecken könnten. „Die Nachwuchsgruppe erlaubt es mir, ein eigenes Forschungsprojekt mit eigenem Team aufzuziehen“, beschreibt die Teilchenphysikerin. „Welche Themen wir bearbeiten, kann ich selbstständig bestimmen.“ Das Programm läuft über fünf Jahre. Für diese Zeit erhält die Wissenschaftlerin 1,5 Millionen Euro an Forschungsgeldern, je zur Hälfte von DESY und von der Helmholtz-Gemeinschaft finanziert.

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Was aus ihnen wurde ...

Edith Maurer arbeitet beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen. Dort betreut sie den Betrieb von zwei Radarsatelliten für die Erdbeobachtung. Während ihrer Doktorarbeit an der TU München war Maurer regelmäßig bei DESY zu Gast, um Polymere (Kunststoffmoleküle) mit Röntgenstrahlung unter die Lupe zu nehmen. „Bei DESY habe ich unter anderem gelernt, wie man an wissenschaftliche Projekte herangeht. Die Messzeiten bei einem Röntgenexperiment ähneln der Arbeit im Raumfahrt-Kontrollraum kurz nach einem Satellitenstart: Hier wie dort muss man das Projekt rund um die Uhr betreuen, gut organisiert sein und als Team perfekt zusammenarbeiten.“

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Was aus ihnen wurde ...

Linus Lindfeld ist Patentanwalt bei Airbus in Hamburg. Während seiner Doktorarbeit bei DESY suchte er in den Messdaten des H1-Detektors am HERA-Beschleuniger nach „Leptoquarks“ – hypothetischen Elementarteilchen. Danach machte er eine dreijährige Zusatzausbildung zum Patentanwalt. Nun kümmert sich Lindfeld bei Airbus unter anderem darum, neue Erfindungen aus dem Unternehmen als Patente anzumelden. „Ich habe enorm von der Denkweise in der Teilchenphysik profitiert – die analytische Fähigkeit, an Probleme heranzugehen. Besonders wertvoll für meinen heutigen Job ist die Fähigkeit, aus extrem vielen Daten in kürzester Zeit das wirklich Wichtige herauszulesen. Das habe ich bei DESY sehr intensiv gelernt.“

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Was aus ihnen wurde ...

Während ihrer Doktorarbeit bei DESY entwickelte Nanda Schmidt-Petersen einen Prototypen für einen neuartigen Teilchendetektor für zukünftige Linearbeschleuniger. Jetzt macht sie in einer Klinik in Stade eine Zusatzausbildung zur Medizinphysik-Expertin. „Nicht nur Teilchenphysiker, sondern auch Mediziner nutzen Beschleuniger – wenn auch deutlich kleinere. Mit diesen Geräten lassen sich Tumore effektiv bestrahlen. Während meiner Promotion bei DESY habe ich das wesentliche Handwerkszeug für meinen Job gelernt. Zwar ist das Anwendungsfeld ein anderes, aber die Grundlagen sind dieselben. Und nun kann ich sie konkret anwenden.“

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Aussichtsreicher Karrierestart

DESY und die Universität Hamburg bieten exzellente Perspektiven für den Forschungsnachwuchs

Für verschiedene Berufsfelder bietet DESY hervorragende Einstiegsmöglichkeiten und Karrierechancen. Hunderte von Nachwuchsforschern unternehmen bei DESY ihre ersten wissenschaftlichen Gehversuche – und erleben ein höchst internationales und interdisziplinäres Umfeld. Nach ihrer Doktorarbeit haben DESY-Nachwuchsforscher beste Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

 

 

 

„PIER soll der zentrale Anlaufpunkt für exzellente Wissenschaft im Norden sein. Den Studierenden der Universität Hamburg wird PIER die Möglichkeit geben, ihre Forschungsarbeiten in einem technologisch einmaligen Umfeld fortzusetzen.“

Prof. Dieter Lenzen, Präsident der Universität Hamburg

„Die Ausbildung hochqualifizierter Spitzenkräfte für den Technologie- und Wissensstandort Deutschland zählt zu unseren wichtigsten Zielen. Nachwuchsforscher bringen neuen Schwung und neue Ideen in die Forschung. Der Nachwuchs lernt bei uns, und wir lernen vom Nachwuchs.“

Prof. Helmut Dosch, Vorsitzender des DESY-Direktoriums

„Im DESY-Schülerlabor zeigen wir schon Kindern und Jugendlichen, wie spannend und lebendig Forschung ist. Sie experimentieren bei physik.begreifen selbst und können so physikalische Zusammenhänge im doppelten Wortsinn begreifen.“

Karen Ong, Leiterin DESY-Schülerlabor

„Wir bieten vielseitige und anspruchsvolle Aufgaben in einem internationalen Umfeld und suchen engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor allem in den Bereichen Physik, Elektrotechnik, Informatik und Maschinenbau.“

Jochen Barnstedt, Leitung DESY-Recruitment