Fake News, Pseudoforschung und Populismus verstärken weltweit den Vertrauensverlust in wissenschaftliche Erkenntnisse und schüren Misstrauen und Angst. „Heute scheinen Emotionen und Ideologien mehr zu zählen als Wissen“, warnt Klimaforscher Mojib Latif. Astronaut Ulrich Walter behauptet: „Die Menschen glauben nicht mehr an die Wissenschaft.“ Gleichzeitig sind der freie Zugang zu Wissen und internationale wissenschaftliche Kooperationen – Garanten für Wohlstand und Zukunftsfähigkeit – weltweit massiv gefährdet. Charlotte Lindberg Warakaulle, Direktorin für Internationale Beziehungen am europäischen Teilchenforschungszentrum CERN, befürchtet: „Das Ende der Zusammenarbeit ist das Ende der Wissenschaft“. Auch die aktuellen Spannungen zwischen den USA, Russland und China bedrohen die freie Forschung. „Die Gefahr ist akut, dass die Wissenschaft durch Machtpolitik militarisiert wird“, sagt Friedensforscher Götz Neuneck. Die junge iranische Wissenschaftlerin Abideh Jafari sieht „Bedrohungen auf unsere wissenschaftliche Gemeinschaft zurollen“ und fordert deshalb eine „Sicherheitszone“ für die Wissenschaft.

Vor diesem Hintergrund lädt DESY zur öffentlichen Podiumsdiskussion:

21. Oktober 2019

19.00–21.30 Uhr
DESY-Hörsaal, Hamburg
Eintritt frei

(Einlass solange Plätze frei; zusätzliche Plätze in Seminarräumen mit Live-Übertragung)

Welche Auswirkungen haben politische Spannungen und Fake News auf die Wissenschaft? Wie stark bedroht Nationalismus die Forschung? Und: Müssen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler neu positionieren und mehr gesellschaftliche Verantwortung übernehmen? Darüber diskutieren:

Niels Annen
Staatsminister im Auswärtigen Amt

Hartmut Graßl
Klimaforscher und em. Direktor, Max-Planck-Institut für Meteorologie

Eva Gümbel
Staatsrätin, Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung, Hamburg

Götz Neuneck
Friedensforscher, Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik

Helle Porsdam
Rechts- und Geisteswissenschaftlerin, Universität Kopenhagen

Volker Rieke
Leiter der Abteilung Zukunftsvorsorge, Forschung für Grundlagen und nachhaltige Entwicklung, Bundesministerium für Bildung und Forschung

Ulrich Walter
Wissenschaftsastronaut, TU München

Charlotte Lindberg Warakaulle
Direktorin Internationale Beziehungen, CERN

Helmut Dosch
Direktor, DESY

 

Außerdem mit dabei:

Herwig Schopper

ehemaliger DESY-Direktor und Generaldirektor CERN. Wissenschaftlicher Brückenbauer in Zeiten des Kalten Krieges und im Nahen Osten. Kooperations-Pionier von DESY mit China und starker Verfechter einer „Wissenschaft ohne Grenzen“.

Ulrike Beisiegel

Vorsitzende der Ethikkommission bei DESY. Engagiert in der Naturwissenschaftler-Initiative „Verantwortung für den Frieden“.

Abideh Jafari

Helmholtz-Young-Investigator-Gruppenleiterin aus dem Iran bei DESY.

Armando Bermúdez Martínez

Nachwuchsforscher aus Kuba bei DESY.

 

 

Hinweis: Bei der Veranstaltung werden Film- und Fotoaufnahmen gemacht.