Gruppen aus der ganzen Welt nutzen Messzeit am DESY-Teststrahl. Prototypen von Teilchendetektoren, die nur einen Quadratmillimeter groß sind, ebenso wie solche, die mehrere hundert Kilogramm wiegen; Komponenten, die einmal das Innerste des Detektors werden sollen, ebenso wie solche für die äußersten Schichten zukünftiger Nachweisgeräte. Sie alle werden an DESYs ältestem Beschleuniger auf Herz und Nieren geprüft.

Der DESY-Teststrahl bietet den Nutzern viele Möglichkeiten. Sie können Eigenschaften wie Antwortverhalten und Genauigkeit ihrer Detektorprototypen durch den Beschuss mit Elektronen oder Positronen von ein bis sechs Giga-Elektronenvolt erproben –  entscheidend für die spätere Funktion im Experiment. Der Strahl für die drei Messplätze wird dabei nicht direkt aus dem Beschleuniger ausgekoppelt. Er entsteht, indem ein haarfeiner Draht in den Strahl von DESY gehalten wird. Hierbei entstehen Photonen, die durch ein weiteres Target in Elektronen- Positronen-Paare umgewandelt werden. Ein Magnet dahinter gibt dem Teststrahl-Nutzer die Möglichkeit, die Energie der Elektronen selbst auszuwählen. Außerdem wird die Versorgung von PETRA III und damit der Photon-Science-Nutzerbetrieb nicht gestört. Für die Experimentatoren stehen im Teststrahl ein Pixelteleskop und ein supraleitender Magnet, der PCMAG, zur Verfügung. So ist ein seit 1964 laufender Beschleuniger zu einer begehrten Stätte der Technologieentwicklung geworden.