Der griechische Philosoph
Demokrit
(460-371 v.Chr.) formulierte vor über 2000 Jahren
die Atomhypothese: Die Materie besteht aus
kleinsten (unteilbaren) Einheiten (Atomen);
zwischen ihnen ist leerer Raum. Die Vielfalt in
der Natur entsteht durch die Kombination der
verschiedenen Arten von Atomen.
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Der
griechische Philosoph Demokrit (460 -
371v.Chr.), Begründer der Atomhypothese
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Richard
Feynman vom California Institute of
Technology, Nobelpreis 1965 für Arbeiten zur
Quantenelektrodynamik.
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Der bekannte
amerikanische Physiker und Nobelpreisträger
Richard Feynman
bezeichnete dies als die wichtigste
und fruchtbarste Hypothese, die je über die Natur
aufgestellt wurde.
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Doch erst im
19.Jahrhundert erhielt man konkrete experimentelle
Hinweise auf die Existenz von Atomen. Ihre
ungefähre Größe wird um das Jahr 1860
erstmals zu etwa 10-8 cm bestimmt
(Clausius, Maxwell, Boltzmann). Das Bild
zeigt Ludwig
Boltzmann (1844 - 1906), einen der
großen frühen Pioniere der Atomtheorie. Er stieß
damals auf großen Unglauben und wurde stark
angegriffen - heute, wo wir einzelne Atome
sichtbar machen und auf Siliziumoberflächen
verschieben können, erscheint dies unverständlich.
Um die Größe von Atomen zu veranschaulichen,
zeigt das Bild eine Kugel mit einem Durchmesser
von 1/100.000 mm, die 17000 Kupferatome enthält
(HASYLAB, DESY). Solche Minikugeln, im Fachjargon
cluster genannt, bilden heute einen
interessanten Gegenstand der Forschung.
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Ludwig Boltzmann (1844-1906), Begründer der
statistischen Thermodynamik
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Eine Kugel von
1/100.000 mm Durchmesser, die 17000 Kupferatome
enthält (HASYLAB, DESY)
Ernest Rutherford, Entdecker des
Atomkerns
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Rutherford und
seine Mitarbeiter entdeckten 1910, dass
mehr als 99.9% der Masse der Atome in einem
winzigen Atomkern verborgen ist.
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Atomkern
und Atomhülle; der Aufbau des Kerns aus
Protonen und Neutronen ist zu sehen
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Der Atomkern ist etwa
10-12cm groß - 10000 mal
kleiner als das Atom. Das Atom, und damit die
Materie, ist also im wesentlichen leerer Raum.
So erklärt es sich z.B., dass Materie in
einem Neutronenstern auf weniger als ein
1012 tel ihres Volumens komprimiert
werden kann; das ist so, als würde man die
Cheopspyramide auf ein Volumen von weniger als
1cm3 zusammen-quetschen. Diese
Entdeckung des Atomkerns markierte den Beginn der
Kernphysik. Man erkannte bald, dass der
Atomkern aus Protonen und Neutronen besteht.
Das Proton, der Kern des Wasserstoffatoms, ist der
einfachste Kern.
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Hofstadter und
seine Mitarbeiter von der Stanford- Universität
bestimmten 1956 erstmals die Ausdehnung des
Protons, indem sie Elektronen aus einem
Linearbeschleuniger auf Protonen prallen ließen.
(Nobelpreis 1961). Sie fanden eine Grösse von
10-13cm -etwa 1/10 des Kernradius.
Damit war klar, dass etwas im Proton drin sein
muss, dass das Proton eine innere Struktur
hat.
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Durch die
Ablenkung des Elektrons beim Durchqueren des
Protons lässt sich die Ausdehnung des Protons
ermitteln
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SLAC, der zwei Meilen lange
Linearbeschleuniger für Elektronen in Stanford,
Kalifornien Der nächste Schritt erfolgte
ebenfalls in Kalifornien. Der gewaltige, zwei Meilen
lange Elektronen- Linearbeschleuniger (SLAC)
in Stanford (Kalifornien) kam im Jahre 1962 in
Betrieb. Er ist bis heute die größte derartige
Maschine geblieben, und kann Elektronen auf etwa 30
Milliarden Elektronenvolt beschleunigen - damals die
höchste Energie der Welt für Elektronen.
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Die Streuung dieser
Elektronen am Proton zeigte, dass es im Innern
eine körnige Struktur hat. Es sind also im Inneren
des Protons noch kleinere Teilchen enthalten: die
Quarks. (Nobelpreis für J.I.Friedman,
H.W.Kendall und R.E.Taylor, 1990)
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Ein Elektron des SLAC Linearbeschleunigers
erfährt eine scharfe Ablenkung beim Stoß auf
ein Quark im Inneren des Protons
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J.I.Friedman, H.W.Kendall und R.E.Taylor, Nobelpreis
1990 für die Entdeckung der tief unelastischen
Elektron-Proton Streuung, ein wichtiger
Schritt zur Etablierung des Quark-Modells des
Protons. © The Nobel Foundation
Am CERN in
Genf und am Fermi- Nationallaboratorium (FNAL) in den
USA wurden in den 60 iger Jahren große
Protonen-Synchrotrons mit 300 GeV Energie gebaut. Die
aus ihnen extrahierten Myon- und Neutrino - Strahlen
übertrafen in ihrer Energie die Strahlen von SLAC um
ein Vielfaches. Auch diese Teilchen eignen sich dazu,
das Proton zu durchstrahlen, und durch die Kombination
von Myon- und Neutrinostrahlen gelang es u.a., die
Anzahl von Quarks im Proton bestimmen. Man fand
drei - eine glänzende Bestätigung des Quark-Modells,
wonach sich im Proton drei Quarks, zwei
'up' und ein 'down'
befinden.
Gluonkräfte
halten die Quarks im Proton gefangen
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Was hält die Quarks im
Proton fest? Hierfür musste man neue Kräfte
einführen. Die Theorie dieser Kräfte heißt
Quantenchromodynamik, kurz QCD. Die
Kräfte werden durch Teilchen vermittelt, die man
Gluonen nennt (engl. glue=Leim).
Erste indirekte Hinweise auf die Existenz
dieser Gluonen waren schon bei den Messungen am
SLAC zu sehen, dann deutlicher bei den Messungen
am CERN und FNAL.
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Ein Ereignis von
herausragender Bedeutung war 1979 die tatsächliche
Entdeckung des Gluons bei DESY am PETRA
Elektron-Positron-Speicherring. Damit stand die
neue Theorie der Quark- Kräfte auf festen Füßen.
(High Energy Physics Preis der Europäischen
Physikalischen Gesellschaft für Günter Wolf, Paul
Söding, Sau Lan Wu und Björn Wiik).
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Hochenergie- Physikpreis der
Europäischen Physikalischen Gesellschaft für
G.Wolf, B.Wiik, P.Söding und S.L.Wu (v.l.n.r.)
für die Entdeckung des Gluons
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Das Gluon hat
merkwürdige Eigenschaften: Die von ihm vermittelte
Kraft ist sehr stark, über 100mal stärker als die
Kernkräfte, die bis dahin stärksten bekannten Kräfte.
Man erkannte nun, dass die Kernkräfte eine indirekte
Folge der Gluonkräfte sind. Eine Analogie ist die
Kraft zwischen äusserlich elektrisch neutralen
Molekülen, die von induzierten elektrischen Ladungen
herrührt.
Oben: Die Kraft zwischen zwei Quarks bzw. zwischen
Quark und Antiquark, vermittelt durch Gluonen,
ist etwa 100 mal stärker als die herkömmliche
Kernkraft.
Unter: Beim Versuch, die Quarks mit Gewalt zu
trennen, reisst der Gluonfaden und an der
Bruchstelle bildet sich ein Meson aus Quark und
Antiquark. 1 f = 1 fermi = 10-13cm
Als Folge der gewaltigen Gluon- Kräfte können
die Quarks sich niemals ganz davon befreien, und das
Proton verlassen. Niemand hat je ein isoliertes Quark
außerhalb des Protons gesehen!
Das Proton gemäss dem nicht naiven Quarkmodell:
Man erkennt neben den drei Valenzquarks des naiven
Models die Gluonfäden, die in die
Quark-Antiquarkpaare des Sees aufbrechen.
Was passiert, wenn man sie
mit Gewalt zu trennen versucht? Der Kraftfaden
(string), mit dem das Gluon zwei Quarks
verbindet, reißt und an seinen Bruchenden bilden sich
Quark-Antiquark-Paare, die sofort zu leichten
Kernteilchen (Mesonen) kombinieren. Man kann also
einzelne Quarks nicht isolieren, ebensowenig, wie man
magnetische Nord- oder Südpole isolieren kann: Bei
Zerbrechen eines Stabmagneten erhält man zwei neue
Stabmagneten, jeder mit je einem Nord- und Südpol
Auch im Innern des Protons werden die Gluonfäden
dauernd aufgebrochen, und an den Enden sitzen Quarks
und Antiquarks. Man muss also das alte Bild des
Protons mit nur drei Quarks aufgeben; dieses alte Bild
wird heute als das 'naive' Quarkmodell bezeichnet.
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