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Strickwerk Atome
Also doch kein Ende? Kein Kleinstes? Gewiss ist nichts. Doch bei ihrem Versuch, das Universum in seine Bestandteile zu zerlegen, sind Physiker auf einen Bauplan für das Universum gestoßen, der ganz ordentliche Arbeit leistet. Nach dem so genannten "Standard-Modell der Teilchenphysik" sind wir aus Quarks und Elektronen zusammengesetzt. Noch nie hatten die Physiker eine so gut funktionierende,
schlüssige und erfolgreiche Beschreibung der Welt, deren Vorhersagen seit
30 Jahren eine nach der anderen bestätigt wurden. Dennoch kränkelt das
Standard-Modell. Es kommen in ihm zu viele unbekannte Parameter vor, auch
vor der Schwerkraft ging es in die Knie - jene kommt einfach nicht drin
vor.
Seit Jahrzehnten werkeln daher theoretische Physiker und
Mathematiker an etwas Neuem, Großem, Komplizierten: der Superstringtheorie.
Auch danach wären Quarks und Elektronen elementar. Sie wären aber nicht
mehr punktförmig, sondern ausgedehnt. Winzig klein. 10 hoch -35 Meter
lang. Unendlich dünn. Und sie würden schwingen, wie die Saiten einer
Violine. Die Atomdiskussion wäre dann endlich an ihrem Ziel: Elektronen und Quarks sind unteilbar, spielen als winzige Saiten in einer großen Symphonie mit, die wir Universum nennen. Den Theoretikern geht's dabei natürlich nicht um Musik, ihnen liegt etwas anderes am Herzen: Sie wollen vereinen und versöhnen. Vereinen und Versöhnen Das Standard-Modell beschreibt drei der vier bekannten Kräfte: Die elektromagnetische Wechselwirkung, die zwischen elektrischen Ladungen und Magnetfeldern wirkt, die starke Kraft, die Quarks zu Atomkernen zusammenleimt, sowie die schwache Kraft, die diese Kerne wieder auseinanderfallen lässt.
Ein Grund, warum es mit der Schwerkraft im Standard-Modell nicht so recht klappen will, liegt an der vollends unterschiedlichen Art von Theorie, die der Schwerkraft und der Wechselwirkungen des Standard-Modells zugrunde liegen (siehe "Theorie-Kollision"). Knifflig So ist die Mathematik hinter den Strings äußerst knifflig.
So knifflig, dass es bisher noch nicht einmal gelang, die Grundgleichungen
der Theorie zu entdecken. Geschweige denn sinnvolle Lösungen zu diesen
Gleichungen. Da verwundert es nicht, dass es den Stringverfechtern noch
nicht gelungen ist, beispielsweise die Massen von Elektronen und Quarks
vorherzusagen. Das sollte eine Theorie mit allumfassenden Anspruch allerdings
schon können.
Kaum überprüfbar Doch experimentelle Überprüfbarkeit ist in der Wissenschaft ein hohes Gut. Schon alleine deswegen liegen Strings vielen Physiker schwer im Magen.
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