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Ein Projekt im Werden

Internationale Beteiligung
Wenn TESLA im Jahr 2010 seinen Forschungsbetrieb aufnähme, würden von der ersten Idee bis zum fertigen Forschungszentrum 20 Jahre Planung, Entwicklung und Bau verstrichen sein: Ein Vorhaben wie TESLA entwickelt man nicht mit links an einem lauen Sonntagnachmittag. Man ist dabei auch nicht alleine, sondern arbeitet mit Partnern zusammen. Tatsächlich arbeiten heute nicht weniger als 38 verschiedene Institute aus neun Ländern an der Entwicklung des TESLA-Beschleunigers unter der Federführung von DESY.

Ausländische Institute tragen dabei auch einen erheblichen Teil der Entwicklungskosten. So begleicht DESY 50 Prozent der Kosten für die TESLA-Testanlage (TTF). Die andere Hälfte übernehmen die auswärtigen Partnerinstitute. Wie teuer das endgültige Projekt wird, ist noch unklar und wird ein Ergebnis der laufenden Untersuchungen sein.

Die Organisation
Auch die Organisation des geplanten Forschungszentrums ist von Grund auf international ausgelegt. Das Zukunftsprojekt TESLA soll als ein Internationales Projekt auf Zeit gestaltet werden. Das neue Forschungszentrum wäre dann zwar organisatorisch an DESY gebunden. Im Kern würde es jedoch ein eigenständiges, neues interdisziplinäres Institut werden. Damit möchte DESY verstärkt weiterführen, was bereits in den 1980er Jahren als HERA-Modell sehr gut funktionierte: HERA ist mit einem Umfang von 6,3 Kilometern DESYs größter Teilchenbeschleuniger und eigentlich ein nationales Projekt. Auf Grund seiner Größe konnte es jedoch nur in internationaler Zusammenarbeit mit elf Ländern realisiert werden. Einige Staaten lieferten dabei wesentliche Teile der Anlage auf eigene Rechnung. Diese konnten im eigenen Land entwickelt und produziert werden, so dass die eingesetzten finanziellen Mittel der Wirtschaft des jeweiligen Landes zugute kamen. Weniger finanzstarke Länder unterstützten das Projekt durch Fachkräfte.

Ein Entwurf für die Organisation
des TESLA-Projekts

Das TESLA-Projekt ist größer und aufwendiger als HERA. Aus diesem Grund ist geplant, dass ausländische Institute nicht nur zum Bau der Anlage beitragen, sondern auch als Teilhaber für die Planung sowie den Bau und Betrieb mit verantwortlich sind. Als Mitgesellschafter werden ihre Heimatländer eine eigenständige GmbH bilden, die mit DESY aufs Engste kooperieren wird. Rechtliche Grundlage für ein solches Internationales Projekt werden Staatsverträge sein, die die beteiligten Länder miteinander abschließen. Die erste Planung sieht vor, dass sich alle Mitgesellschafter darin verpflichten, das gemeinsame Institut auf Zeit für zumindest 25 Jahre zu tragen. Die Erfüllung des Vertrages sollte dann von den Staaten auf die beteiligten Institute übertragen werden - bei der Bundesrepublik Deutschland wäre dies DESY.

Blick zurück und nach vorn

1990 Die ersten Ideen zu TESLA enstehen
1992 DESY und internationale Partner beginnen die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten.
1993 Der Bau einer Testanlage für die Beschleunigungstechnik startet (TESLA Test Facility, TTF).
1998 Der Bau einer 300 Meter langen Pilotanlage mit einem Röntgenlaser beginnt (TTF-2).
2000 Die Wissenschaftsausstellung "Licht der Zukunft" findet in der Halle statt, die später ab 2003 von Wissenschaftlern für ihre Untersuchungen mit dem neuen Röntgenlaser genutzt werden wird.
2001 Eine ausführliche Projektbeschreibung mit detaillierten Zeit- und Kostenplänen wird wissenschaftlichen und politischen Gremien zur Begutachtung vorgelegt werden. Eine Entscheidung der Bundesregierung könnte 2002/2003 fallen.
2010 Die Forschung bei TESLA könnte beginnen.

 

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