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Kurzbiographie:
Otto von Guericke
Nicht weniger als 13 Bürgermeister weilen unter den Ahnen Otto von Guericke.
Sein Vater Hans stand selbst mehrere Jahre im diplomatischen Dienst des
polnischen Königs. So schien die politische Laufbahn Otto bereits in die
Wiege gelegt worden zu sein. Doch berühmt werden sollte er als Wissenschaftler.
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Eckdaten
einer
Existenz
Name: Otto von Guericke
Geburt: 20. November im Magedeburg
Tod: 11. Mai 1686 in Hamburg
Zeitgenossen: Blaise Pascal (1623 - 1662),
Galileo Galilei (1564 - 1642), William Shakespeare (gestorben 1616),
Evangelista Toricelli (1608-1647) und Johannes Kepler (1571 - 1630) |
Nach dem Studium
der Rechtswissenschaft in Leipzig, Jena und Helmstedt kommt er im niederländischen
Leiden mit den "Neuen Wissenschaften" des Galileis in Kontakt. Diese beginnen
gerade das Wissenschaftssystem zu revolutionieren, kehren sie doch der
bis dahin vorherrschenden Aristotelischen Schule den Rücken. Nach dieser
reiche das Denken alleine aus, um Erkenntnisse über die Natur zu gewinnen.
Mit Galilei beginnt hingegen die experimentelle Phase der Wissenschaft.
Von Guericke wird durch seine spektakulären Versuche einiges dazu beitragen,
dass sich der neue Ansatz in der Naturforschung durchsetzt.
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Wohnhaus
der von Guerickes nach dem Wiederaufbau von 1637
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Politik
Doch zunächst arbeite er für und in Magdeburg, wird Mitglied des Stadtrats,
ist Bauherr, Schutzherr, Ingenieur, Kämmerer und Apothekenherr und von
1646 bis 1681 einer von vier Bürgermeistern der Stadt. Für seine Verdienste
erhält seine Familie 1665 den Adelstitel.
Wissenschaft
Doch er kann immer noch genügend Zeit aufbringen, um sich seinen naturwissenschaftlichen
Studien zu widmen. 1650 erfindet von Guericke eine Pumpe auf Wasserbasis,
mit deren Hilfe sich ein luftverdünnter Raum herstellen lässt. Damit zeigt
von Guericke nicht nur, dass es Vakuum gibt, sondern untersucht auch gleich
noch seine Eigenschaften. So findet er heraus, dass sich Schall im Gegensatz
zu Licht nicht durch das Vakuum ausbreitet. Damit ist Luft als der Träger
von Schallwellen überführt. Gerne verknüpft von Guericke Hobby und Beruf
und führt seine Ergebnisse 1654 auf dem Reichstag in Regensburg vor. Auch
in seiner wissenschaftliche Arbeit kommt seine Leidenschaft für die Stadt
Magdeburg zum Ausdruck, wenn er ihr beispielsweise seine Experimente widmet.
So heißt denn auch sein 1972 veröffentlichtes Hauptwerk "Experimenta Nova
Magdeburgica de Vacuo Spatio" (Neue Magdeburger Versuche über den leeren
Raum). Der spektakulärste Versuche findet mit 16 Pferden im Hof der Guerickes
statt. Nur mit größter Mühe gelingt es den Tieren genügend Kraft aufzubringen,
um die beiden Magdeburger Halbschalen, die nur durch den äußeren Luftdruck
zusammengehalten werden, auseinander zu bringen.

Der Magdeburger Halbkugelversuch
Doch von Guericke
macht sich auch als Meteorologe verdient. Im Jahr 1660 schaut er eines
Tages auf sein selbstgebautes Barometer und bemerkt einen extrem starken
Luftdruckabfall. Er sagt ein Unwetter voraus, das wenig später Magdeburg
mit großem Schaden traf.
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Schwefelkugel
und Elektrisiermaschine, 1672
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Mit Hilfe von
Elektrizität bringt er eine Schwefelkugel zum Leuchten und bringt die
Forschung zu ruhenden elektrischen Feldern - die Elektrostatik - in Gang.
Seine Studien sind nicht ganz preiswert: Schätzungen ergeben, dass der
Bau der Geräte ungefähr 100 Jahresgehälter eines damaligen Bürgermeisters
verschlungen haben muss. Als Diplomat kämpft er damit, dass Franzosen
seinen Namen "Dscherik" aussprechen. Daher bittet er gleich auch noch
um ein "u", als er 1665 bei Kaiser Leopold einen Antrag auf Adelung einreicht.
So kam es, dass ein Otto Gericke 1602 in Magdeburg geboren wurde, aber
als Otto von Guericke 1686 in Hamburg starb.
Mehr Information
über das Leben und Wirken des Otto von Guericke findet sich auf den Internetseiten
der
Otto-von-Guericke-Gesellschaft in Magdeburg.
(c) DESY 2000 - Licht
der Zukunft - www.desy.de/expo2000
Webthema der Woche: Vakuum
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