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23.07.2018
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Deutsch-kanadisches Netzwerk für Quantencomputing und Data Analytics gegründet

Die Helmholtz-Zentren DESY und Forschungszentrum Jülich, das kanadische Teilchenbeschleunigerzentrum TRIUMF sowie die Firmen D-Wave Systems Inc. und 1QBit haben in Kanada ein Memorandum of Understanding (MOU) zur Gründung eines Netzwerks unterzeichnet, um ihre Kräfte in der Erforschung und Nutzung von Quantencomputern, Data Analytics und insbesondere maschinellem Lernen zu bündeln. Den Anstoß zu der Zusammenarbeit bot die Reise einer Helmholtz-Delegation unter Präsident Otmar Wiestler nach Kanada.

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Gruppenbild zur MOU-Unterzeichung (v.l.): Kausar Samli (1QBit), Kathryn Hayashi (TRIUMF Innovations), Joachim Mnich (DESY), Jonathan Bagger (TRIUMF), Rudolf Mey (kommiss. deutscher Generalkonsul in Vancouver), Ingo Müller (Dt. Konsulat in Vancouver), Warren Wall (D-Wave Systems), Foto: TRIUMF.
Quantencomputing und Big Data gehören zurzeit zu den aufregendsten Themen und gleichzeitig zu den größten Herausforderungen in Wissenschaft und Technologie. In den letzten Jahren ist die Menge der weltweit produzierten Daten sowohl in Forschungseinrichtungen als auch in der Privatwirtschaft exponentiell gestiegen. Diese Entwicklung hat neue interdisziplinäre Methoden und Instrumente hervorgebracht, die die Art und Weise, wie Forschung betrieben wird, verändern, neue Geschäftsmöglichkeiten schaffen, und so die Forschung und Innovation beschleunigen. Diese schnellen Veränderungen sind Grund für eine jetzt geschlossene Vereinbarung zur Zusammenarbeit zwischen deutschen und kanadischen Organisationen, um die Anwendungsmöglichkeiten in den Bereichen Large-Scale Computing, Big Data, Machine-Learning und Quantencomputing auszubauen und zu gestalten.

Die entsprechenden Netzwerke sollen die nationale und internationale Zusammenarbeit bei der Nutzung von Quantencomputern und maschinellen Lernwerkzeugen zur Unterstützung der Forschung erleichtern und stehen bei ihrer Entwicklung weiteren Partnern offen. Die Netzwerke umfassen vier gemeinsame Arbeitsgruppen, die sich auf vier Säulen der Datenwissenschaft konzentrieren: Quantum Computing, Large Scale Computing, Machine Learning und Big Data Analytics.

„Die Zusammenarbeit von Hochtechnologie-Forschungszentren und innovativen Unternehmen ist ein ideales Bündnis, um intelligente Lösungen auf die heutigen Fragen im Quantencomputing und Big Data zu finden und dabei auch neue Anwendungen jenseits der Forschung zu entwickeln“, erklärte Joachim Mnich, DESY-Direktor für Teilchen- und Astroteilchenphysik, der das MOU für DESY unterzeichnete. „Uns verbinden nicht nur gemeinsame Interessen, sondern eine enorme Kreativität in der Lösung großer Fragen. Ich sehe hier ein großes Potenzial für Innovationen.“ Direkte Anwendungen für DESY könnten neben der Implementierung von Methoden zur Analyse großer Datenmengen auch die automatisierte Steuerung von Teilchenbeschleunigern mit Hilfe des Machine-Learnings sein.

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Joachim Mnich und Jonathan Bagger bei der Unterzeichnung des MOU (Foto: DESY/V. Gülzow).
Die Netzwerkpartner werden Ressourcen und Fachwissen in die Zusammenarbeit einbringen, um ihre Initiativen von gemeinsamem Interesse voranzubringen. Ein weiteres wichtiges Ziel des Netzwerks ist die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses; hierfür wollen die Partner Rahmenbedingungen und Finanzierungsmöglichkeiten entwickeln.

Die Unterzeichnung der Vereinbarung ist ein Ergebnis des Data Science und Quantum Computing Workshops, der Ende Juni in Vancouver (Kanada) stattgefunden hat. Der Workshop brachte Forscher, Privatunternehmen, Anwender, Systemanbieter, Hard- und Softwareexperten und Regierungspartner zusammen, um Probleme in der Datenwissenschaft und Quantencomputing zu identifizieren und zu lösen.