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20.03.2018
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Strategie 2030 – DESY stellt die Weichen für Forschung und Innovation

Brillante Perspektiven für den Wissenschaftsstandort

Das Forschungszentrum DESY hat seine Strategie für die nächsten Jahre bekanntgegeben. Damit legt das Zentrum der Helmholtz-Gemeinschaft nach einem umfangreichen Strategieprozess seine Schwerpunkte in Wissenschaft und Innovation fest sowie in der Weiterentwicklung seiner großen Forschungsanlagen. „Der Wissenschaftsstandort hat brillante Perspektiven: Wir entwickeln den Campus in Hamburg gemeinsam mit unseren Partnern von Bund, Stadt, Universität Hamburg und weiteren Forschungsinstitutionen zu einem 'Welthafen der Wissenschaft'. Dies kann in den nächsten 15 Jahren Milliarden-Investitionen für den Aufbau neuer Forschungszentren und -anlagen mit sich bringen“, sagt der Vorsitzende des DESY-Direktoriums, Prof. Helmut Dosch. „Eine ähnlich spektakuläre Entwicklung macht der Standort in Zeuthen, den wir zu einem internationalen Zentrum der Astroteilchenphysik ausbauen.“

Zu DESYs Plänen für die nächsten Jahre zählen unter anderem der Bau des besten 3D-Röntgenmikroskops der Welt, die Erweiterung des Röntgenlasers European XFEL, ein neues Center for Data and Computing Science sowie die Stärkung von Technologietransfer und Innovationen. „Ich gratuliere dem Forschungszentrum DESY zu dieser mutigen und weitsichtigen Strategie“, sagt Prof. Otmar D. Wiestler, der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. „Wenn wir die großen gesellschaftlichen Herausforderungen systemisch und nachhaltig angehen wollen, benötigen wir starke Infrastrukturen und brillante Köpfe. DESY hat nun wichtige Weichen gestellt, um auch weiterhin die Bestandteile der Materie und die zwischen ihnen wirkenden Kräfte auf höchstem internationalen Niveau untersuchen zu können. Damit werden wir für Spitzenforscher aus aller Welt noch attraktivere Forschungsbedingungen schaffen.“

Kernelemente der DESY-Strategie sind:

  • DESY plant mit PETRA IV das ultimative 3D-Röntgenmikroskop; es wird 100 Mal detailreichere Bilder von Abläufen im Nanokosmos liefern, als es heute möglich ist, und stößt damit an die Grenze des physikalisch Machbaren. Bereits im kommenden Jahr soll das detaillierte Konzept vorliegen und 2021 die „Bauanleitung“, der Technical Design Report. 2026 könnten erste Experimente beginnen.
  • Gemeinsam mit European XFEL plant DESY, den europäischen Röntgenlaser vollständig auszubauen und entwickelt hierzu die Technologie weiter, unter anderem um die Zahl der Röntgenblitze von 27 000 auf bis zu eine Million pro Sekunde zu erhöhen.
  • Auf dem Hamburger Campus entsteht ein Center for Data and Computing Science (CDCS), um den zunehmenden Anforderungen datenintensiver Anwendungen in der Forschung gerecht zu werden.
  • Der DESY-Standort in Zeuthen wird zu einem internationalen Zentrum für Astroteilchenphysik mit dem Fokus auf Gammastrahlen- und Neutrinoastronomie ausgebaut.
  • Der Technologie-Transfer wird deutlich gestärkt, um DESY zum Ausgangspunkt für weitere Gründungen und Start-ups in den Regionen Hamburg und Brandenburg zu machen.
  • DESY entwickelt und testet neue Konzepte für den Bau kompakter Teilchenbeschleuniger der Zukunft.
  • DESY erforscht und entwickelt neue Generationen von hochauflösenden Detektorsystemen, die unerreichte Einblicke in die Struktur der Materie gewähren.
  • Gemeinsam mit Partnern auf dem Campus in Hamburg wird DESY seine Rolle als weltweit führendes Zentrum für die Erforschung der Struktur, Dynamik und Funktion der Materie mit Röntgenstrahlung stärken.
  • Als Deutschlands wichtigstes Zentrum für Teilchenphysik baut DESY seine Führungsposition als Schlüsselpartner in internationalen Projekten und durch den Aufbau eines attraktiven Forschungs- und Entwicklungsprogramms in der Teilchenphysik weiter aus.
  • DESY baut seine nationalen und internationalen Netzwerke weiter aus und entwickelt seine Standorte in Hamburg und Zeuthen zu attraktiven Orten für interdisziplinären Austausch, Wissenschaft und Innovation.

„Als eines der größten deutschen Forschungszentren schafft DESY täglich neues Wissen und neue Denkansätze. Das ist die Basis, um die gesellschaftlichen Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Dies erfordert jedoch langfristiges Denken, nachhaltige Lösungen und neue Technologien“, betont Dosch. „Mit der Strategie 'DESY 2030' tragen wir diesen Zielen Rechnung. Zugleich stärkt das Zentrum damit auch seine führende Rolle in der internationalen Forschungsgemeinschaft.“

Teilchenbeschleuniger zählen zu den wichtigsten Werkzeugen der Forschung. Von ihnen profitieren die unterschiedlichsten Disziplinen, von Medizin und Biologie über Physik und Materialwissenschaft bis hin zur Kunstgeschichte. Die Entwicklung von Beschleunigern ist daher eine eigene Forschungsdisziplin und eine Kernkompetenz von DESY, das zu den weltweit führenden Beschleunigerzentren zählt. Bei DESY erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus rund 60 Nationen die Struktur und Funktion von Materie – vom Wechselspiel kleinster Elementarteilchen, dem Verhalten neuartiger Nanowerkstoffe und lebenswichtiger Biomoleküle bis hin zu den großen Rätseln des Universums.

DESY ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft und wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent von den Ländern Hamburg und Brandenburg finanziert. In der Helmholtz-Gemeinschaft haben sich 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren zusammengeschlossen. Mit rund 39 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einem Jahresbudget von 4,5 Milliarden Euro ist die Helmholtz-Gemeinschaft die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands.