20.05.2014

DESY intensiviert Zusammenarbeit mit schwedischen Forschungseinrichtungen

DESY baut die Kooperation mit schwedischen Forschungsinstitutionen aus. Das hat DESY-Direktor Prof. Helmut Dosch bei einem Besuch in Stockholm mit schwedischen Wissenschaftsvertretern vereinbart. Dosch war mit einer zwölfköpfigen  Wissenschaftsdelegation nach Schweden gereist, die Hamburgs Ersten Bürgermeister Olaf Scholz zusammen mit einer Wirtschaftsdelegation begleitete. Weitere Mitglieder der Wissenschaftsdelegation kamen u.a. vom Universitätskrankenhaus Eppendorf, der Hochschule für Angewandte Wissenschaften und dem Europäischen Molekularbiologielabor.

DESY-Direktor Helmut Dosch (links), MAX-IV-Lab-Direktor Christoph Quitmann (rechts) und dessen Stellvertreter Peter Andersson (Mitte) unterzeichneten ein Abkommen über intensivere Zusammenarbeit im Beisein von Hamburgs Erstem Bürgermeister Olaf Scholz (hinten).

Beim Besuch des Karolinska-Instituts und der Königlichen Technischen Hochschule KTH in Stockholm beriet die Delegation mit ihren schwedischen Kollegen über eine engere Zusammenarbeit Hamburger Wissenschaftseinrichtungen mit beiden Einrichtungen. Am Abend unterzeichnete Helmut Dosch in der Deutschen Botschaft ein Übereinkommen mit dem Direktor des schwedischen Synchrotronlabors MAX IV, Dr. Christoph Quitmann, um insbesondere in den Bereichen Strahloptiken und Instrumentierungen für hochintensive Röntgenlichtquellen intensiver zu kooperieren.

„Schon jetzt sind schwedische Institute bei unserer Röntgenlichtquelle PETRA III und dem neuen Infektionsforschungszentrum CSSB auf dem DESY-Campus involviert; mit dem MAX IV-Lab haben wir gemeinsame Projekte und Technologien“, sagt Dosch. „Durch eine weitere Verstärkung von Zusammenarbeit und Austausch mit den hervorragend aufgestellten schwedischen Forschungseinrichtungen wollen wir das Innovationspotenzial des Ostseeraums noch weiter ausreizen.“

Wissenschaft und Forschung gehörten zu den Hauptthemen der Schweden-Reise von Bürgermeister Scholz, der auch von Hamburgs Wissenschaftssenatorin Dorothee Stapelfeldt begleitet wurde. Bei der Weiterführung des von DESY koordinierten Projekts „Science Link“ wird sich jetzt auch die KTH beteiligen wird. Das Science Link-Netzwerk wurde geschaffen, um die Zusammenarbeit in Wissenschaft und Innovation an großen Forschungsinfrastrukturen im Ostseeraum zu stärken.

DESY hat seit Jahren enge Forschungsbeziehungen nach Schweden: Die Königliche Technische Hochschule (KTH) in Stockholm nutzt seit über 30 Jahren DESY-Quellen für Synchrotronstrahlung. Sie verfügt über eine traditionell starke Materialforschung und wird sich maßgeblich an der dafür ausgelegten „Schweden-Beamline“ in einer der beiden neuen Experimentierhallen an DESYs Synchrotronstrahlungsquelle PETRA III beteiligen. Das Stockholmer Karolinska-Institut engagiert sich sehr stark in der Infektionsforschung und hat bereits eine Nachwuchsforschergruppe am Zentrum für strukturelle Systembiologie CSSB etabliert, das zurzeit bei DESY gebaut wird. MAX IV ist eine hochbrillante Röntgenquelle, die an der Universität Lund in Südschweden gebaut wird und 2016 den Betrieb aufnehmen soll. Der Linearbeschleuniger zur Injektion der Elektronen in diese Anlage verwendet unter anderem DESY-Technologien.